Neue Förderung, neue Fragen: Was das Altersvorsorgedepot für Dich bedeutet
Mal ehrlich: Wenn der Staat großzügig wird, werde ich zuerst misstrauisch. Diesmal lohnt sich aber ein genauer Blick. Ab 1. Januar 2027 kommt das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot, und es löst das bisherige Riester-Sparen ab. Mit höheren Zulagen, weniger Kosten und, so die Hoffnung, besseren Renditen.
Was sich ändert
- Grundzulage: 50 % Deiner Beiträge bis 360 € im Jahr, danach 25 % bis zu einem Sparbetrag von 1.800 € im Jahr.
- Kinderzulage: Wer Kindergeld bezieht, bekommt pro Kind 100 % der Beiträge, höchstens 300 € im Jahr.
- Einmalzulage: 200 € für alle unter 25 Jahren.
- Neu dabei: Auch Selbstständige können erstmals profitieren.
- Wechseln erlaubt: Riester-Sparer können in das neue Modell wechseln.
Ein Blick auf die Zahlen
Wer 360 € im Jahr einzahlt, bekommt 180 € Zulage dazu. Das sind 34 % der Gesamtsumme. Mit einem Kind wird es noch deutlicher: Bei einem Eigenbeitrag von 120 € kommen 180 € Zulage hinzu, die Zulagen machen also 60 % des Anlagebetrags aus.
Das Geld fließt in weltweit anlegende Fonds. Der MSCI World lag in den letzten 10 Jahren im Schnitt bei 11,2 % pro Jahr, in den letzten 20 Jahren bei 12,6 %. Vergangene Renditen sind allerdings keine Garantie. Rechnet man mit 6 % Nettorendite pro Jahr, ergibt eine jährliche Gesamtanlage von 2.340 € (1.800 € Eigenbeitrag plus 540 € Zulage) nach 30 Jahren rund 189.000€.
Mein Blick darauf
Die Zulage ist ein echtes Geschenk. Aber sie ersetzt nicht die Frage, ob das Produkt zu Dir passt: welche Kosten anfallen, wie lange Du sparen kannst und wie Dein Auszahlungsplan aussehen soll. Genau diese Fragen schauen wir uns in der Beratung gemeinsam an, und zwar in Ruhe und ohne Verkaufsdruck.
Außerdem in der Oktober-Ausgabe
In der aktuellen Ausgabe des WEITBLICK findest Du zusätzlich die Pflegereform, die steigenden Beitragsbemessungsgrenzen (Mehrbelastung bis zu 93,59 € im Monat) und eine Einordnung der Steuersenkung.




